20.05.2013
Eingrifflose Schönheit
Sie sah aus, als hätte sie einige Schönheitsoperationen hinter sich. Sie liebte psychologische Seminare, therapeutische Gespräche, Erbauungstrips, Selbstverbesserungsliteratur. Diese Leidenschaft bewirkte eine Verformung ihres Gesichts à la plastische Chirurgie, einen zum Lächeln verzogenen Frust.
21.04.2013
Buchstaben als revolutionäre Zellen
Las von Frau Ping Fu Bend, not Break. Faszinierende Einzelheiten:
Im Garten ihres Familienhauses in Shanghai stand in den 1960er Jahren ein Brunnen, der kristallklares Wasser zu Tage förderte.
Und: Ping Fu war Schreib-Avantgardistin. Sie hatte früh das Laut-Beschreibesystem Pinyin gelernt und konnte dadurch im Alter von acht Jahren, wo sie viele Schriftzeichen noch nicht kannte, bereits ihre Gedanken aufschreiben. Denn was sie als Phon im Kopf hatte, konnte mit dem römischen Alphabet zu Schriftsprache geschmiedet werden. Ping Fu durchbrach aus eigener Kraft, durch Kenntnis von simplen generischen Bausteinen, die Zwänge der chinesischen Schriftsprache. Sie widerstand der Repression der Rotgardisten, die Familien zerstörten und folterten.
Im Garten ihres Familienhauses in Shanghai stand in den 1960er Jahren ein Brunnen, der kristallklares Wasser zu Tage förderte.
Und: Ping Fu war Schreib-Avantgardistin. Sie hatte früh das Laut-Beschreibesystem Pinyin gelernt und konnte dadurch im Alter von acht Jahren, wo sie viele Schriftzeichen noch nicht kannte, bereits ihre Gedanken aufschreiben. Denn was sie als Phon im Kopf hatte, konnte mit dem römischen Alphabet zu Schriftsprache geschmiedet werden. Ping Fu durchbrach aus eigener Kraft, durch Kenntnis von simplen generischen Bausteinen, die Zwänge der chinesischen Schriftsprache. Sie widerstand der Repression der Rotgardisten, die Familien zerstörten und folterten.
Hygiene
Die Dyson Luftklingen sind eklig, sagte ich einmal, entdeckte aber vor kurzem eine aufgezeichnete Unterhaltung (Interview) mit ihrem Erfinder, der in England ein Heer von Ingenieuren zur Verfeinerung der Dyson Hygieneprodukte beschäftigt. Bis diese einen angenehmeren Handtrockner entworfen haben, begnüge ich mich mit diesem tollen Handtrockner von Panasonic oder dem Dyson-Abklatsch von Toto, den ich neulich in Hongkong vorfand und natürlich fotografierte. Für etwaige Chinareisen empfehle ich Herrn Dyson das Hangzhou Bay Hotel bei mir in der Nähe in Cixi: die Toilettentüren öffnen automatisch (zum Händeabwischen liegen feuchte Handtücher bereit).
Frau Barbara Wielander, Autorin des Artikels Saisonbeginn in der Hermannshöhle (Gemeindeinformation Kirchberg am Wechsel, Nr 1/2013) rate ich, Fledermäuse nicht als harmlose Tiere zu bezeichnen; von ihnen hat der Mensch sich SARS geholt.
16.04.2013
I'd be crazy not to follow
Wie ähnlich Thom Yorkes und Bono Vocis voces klingen. Dass U2s Platte »Pop« von Radiohead eingespielt ein um zwei Jahre früheres »Kid A« gewesen wäre, und Radiohead jede U2-Platte verfeinern, und U2 jede Radiohead-Platte verschlimmern, übertreiben würde.
Büro im Erdgeschoß
Vielleicht stößt jemand auf diesen Blog, der nach »Büro im Erdgeschoß« sucht. Eher nicht. Kleine Geschäftslokale bleiben jetzt sehr lange Zeit leer. Naja Architekten sieht man oft in einem Erdgeschoßbüro. Der Hauptsitz meiner Firma ist in einem Erdgeschoßbüro angesiedelt.
Büros im Erdgeschoß entsprechen den »chinesischen Romanen« aus früher Zeit, von denen Goethe Eckermann vorschwärmte: man sieht hinaus, und ein Vogel hebt ab, oder eine schöne Frau geht vorbei, oder ein Greis stürzt, es tut sich was, der abschweifende Blick bleibt unschuldig.
06.04.2013
Gemächlich Hochhäuser bauen
Der
aktuelle Wiener Hochhausdiskurs als Lehrmaterial für politische Begriffe.
Fotos: Wilhelm, 1774 (2013)
Reaktionär: Die
Wiener Aktivisten verhindern den Bau des Hochhauses auf dem Grund des
Eislaufvereins und reißen das Hotel Intercontinental nieder, da bereits dieses
gegen die Prinzipien des Denkmalschutzes verstieß. Der Sündenfall muss
rückgängig gemacht werden.
Marktwirtschaftlich.
Man lässt die »Investoren« bauen, wie sie wollen. (Sie werden einen gewaltigen Turm hinsetzen. Vor ihm werden Sitz- & Liegeobjekte à la »Enzi« hingestellt. Die Öffentlichkeitsarbeiterin der Investoren und Erfinderin der Enzis wird von der Notwendigkeit dichten Bauens sprechen und diesen
Wohnturm »Vorzeigeprojekt« nennen.)
Konservativ. Das
Wohnbauamt schreibt vor, das Intercontinental stehen zu lassen, da es zum
Stadtbild dazugehöre mittlerweile, und, als neueres Denkmal, dieselbe Pflege
benötige wie andere alte Bauten. Für das neue Wohnhochhaus daneben werden »strenge
Richtlinien« erlassen die Höhe betreffend;
Progressiv: ...das
Wohnhochhaus darf das Intercontinental nur so weit überragen, dass der Eindruck einer gemächlichen Steigerung entsteht, gemächlich-g'mütlich-wienerisch; eh gut. Übersetzung: »harmonisches
Wachstum«.
Die zeitgenössische chinesische Architektur zur Anschauung gemächlichen Überragens und over-the-top-Überragens: 1) Eine Wohnhausanlage in Cixi, Provinz Zhejiang; 2) Ansicht eines Kolonialgebäudes in Dalian, hinter dem ein Bombast-Breithochhaus prunkt.
Fotos: Wilhelm, 1774 (2013)
25.03.2013
Theere aare two muusics in my head
Nach langem wieder einmal Beethoven gehört, die siebente
Symphonie, im zweiten Satz höre ich Thom Yorke dazusingen... ungefähr so... zuviel
Radiohead gehört in letzter Zeit... Hörkur: Maximo Park.
24.03.2013
Schenkt zu Ostern ein Rad!
Palmsonntag. Drüben in Europa zumindest. Ostern beginnt, ich sitze im Nebel. Von der San Bei Xi Da Jie dringen die Hupen herauf in den 9. Stock wie jeden Tag.
Der Blog hier ist obskur - die Leserzahlen gering. Ein einziger Eintrag verschafft mir regelmäßig dutzende Zugriffe: Zwei gegensätzliche Fahrradgedichte, jedes Mal via Google, Suchbegriff "Gedicht Radfahren". Wie es mich rührt! Die Menschen schenken Räder - mit Gedichten. Und sie stoßen auf ein Gedicht, weil ich (in der hinterlassenen Privatbibliothek eines wohlhabenden sozialistischen Managers) darauf gestoßen bin.
Aber der Blogeintrag zeigt ja nicht nur ein Fahrradgedicht, sondern auch ein zweites, wo das Radfahren gar nicht so vorkommt. Daher hier noch einmal das eine, positive Gedicht, "Radlers Seligkeit" von Richard Dehmel (1891):
Der Blog hier ist obskur - die Leserzahlen gering. Ein einziger Eintrag verschafft mir regelmäßig dutzende Zugriffe: Zwei gegensätzliche Fahrradgedichte, jedes Mal via Google, Suchbegriff "Gedicht Radfahren". Wie es mich rührt! Die Menschen schenken Räder - mit Gedichten. Und sie stoßen auf ein Gedicht, weil ich (in der hinterlassenen Privatbibliothek eines wohlhabenden sozialistischen Managers) darauf gestoßen bin.
Aber der Blogeintrag zeigt ja nicht nur ein Fahrradgedicht, sondern auch ein zweites, wo das Radfahren gar nicht so vorkommt. Daher hier noch einmal das eine, positive Gedicht, "Radlers Seligkeit" von Richard Dehmel (1891):
Wer niemals fühlte per Pedal,
dem ist die Welt ein Jammertal!
Ich radle, radle, radle.
Wie herrlich lang war die Chaussee!
Gleich kommt das achte Feld voll Klee.
Ich radle, radle, radle.
Herrgott, wie groß ist die Natur!
Noch siebzehn Kilometer nur.
Ich radle, radle, radle.
Einst suchte man im Pilgerkleid
den Weg zur ewigen Seligkeit.
Ich radle, radle, radle.
So kann man einfach an den Zehn
den Fortschritt des Jahrhunderts sehn.
Ich radle, radle, radle.
Noch Joethe machte das zu Fuß,
und Schiller ritt den Pegasus.
Ick radle!
21.03.2013
Straßenbau in Cixi
Xincheng Dadao Ecke Kaifa Dadao an ihrem ersten Frühlingstag nach Sanierung, 21.3.2013. Man kann Nebengedanken ablegen und loben. Es ist eine gelungene Kreuzung.
《Sieg der Stadtplanung über den gemeinen Rollerfahrer》
《Sieg der Stadtplanung über den gemeinen Rollerfahrer》
20.03.2013
Erinnerungen an das alte Denken
Ein vernünftiger Einspruch gegen
profitsuchende Computererziehungs-Fantasten. (Video)spiele können das Lernen
nicht ersetzen, das durch Anstrengung und Wiederholung zustandekommt und befriedigendes Spielen erst möglich machen. “It’s easy to foresee a future in which teachers try
to unpeel children from their screens in order to bring them back to such
hands-on, “real world” experiences” wie, sagen wir z.B., in eine Trompete zu blasen. Zu dem Thema laufend auch Hans Ulrich Gumbrecht in seinen Altersnotizen über
die „Fusion von Bewusstsein und Software“.
Abonnieren
Posts (Atom)


