28.03.2015

bin jetz auf tinder

weil ich auf elitepartner erfolglos blieb und dies zu teuer war und habe auf tinder in den vergangenen tagen bis zum anschlag gewischt, bis die fotos der juliae katharinae denisen jennys olgae und valerien alle waren, gerade ein »match« wurde ermittelt, keine hässliche frau aber eine von denen wo der hund auf jedem zweiten foto ihre wange leckt, solche scheide ich von vorneherein aus bei dieser art der lebensweltbezugslosen partnersuche, in wirklichkeit ergäbe sich vielleicht was aber die tinder-wirklichkeit lässt hunde nicht und auch keine frauen mit badezimmerspiegel-selbstportaits zu. ich tippe diesen schmarren in mein neues iphone6 weil die tastatur auf ihm mich mit dem iphone aussöhnt – das 4er brachte zwei jahre aggression – und es recht hurtig geht, und mich das geniale swype auf android langsam vergessen lässt. dann ist es handymäßig genug dass es mich zur spontanen gefühlsäußerung zwingt, meine langen großartigen abhandlungen die mir diverse computertastaturen abrangen müssen der vergangenheit angehören.
außerdem schreibe ich es auf als eine neue bemerkung zu meiner verspäteten lebenserfahrung in sachen digitaler partnersuche. 2008 hatte in illouz’ diesbezüglichen büchern alles darüber erfahren, nun erleb(t)e ich es. also auf zu neuen ufern. zurück zur bereits lodernden liebe:

21.03.2015

01.02.2015

Beispiel einer schlechten Zeitung

Dieser Text ist kein musikologischer Beitrag über meine geliebte Band Maximo Park, sondern ein Zivilbeitrag, ein Cyberdokument gegen einen vertrottelten Redakteur der wahrscheinlich generell vertrottelten deutschen Zeitung »Die Welt«, hier in meinem Blog hinterlegt da die Kommentierungszeit auf der Website abgelaufen ist.

Da lebe ich in dem Glauben, jedes Lied der Band Maximo Park sei gut. Suche wieder einmal nach einer musikologischen Untersuchung ihrer Musik. Und gelange zu dieser Rezension der Tageszeitung »Die Welt«. Redeskription derselben: Es gibt nur Ein [gutes] Lied von dieser Band. Maximo Parks Sänger Paul Smith ist zu geschwätzig, schwuchtelig (#ÜberspitzterIntellektualismus), zu einfallslos und ein jämmerlicher Kulturkritiker so wie Günter Grass.

Der Autor heißt Frèdêrick Schwillden und liefert neben seinen Bemerkungen ein Relativsatz-»Dass«, ein zweites falsch eingetipptes Wort (»Schreißdreck«) und ein drittes falsch eingetipptes Wort, den neben dem falsch geschriebenen Vornamen Brechts zweiten Klassiker der falschen Vornamenschreibung, »Günther« Grass.

Anstatt also meine Liebe zu Maximo Park zu bedenken –

Welches wäre das  E i n e  L i e d  Maximo Parks, das ich wählte, landete ich auf einer einsamen Insel und hätte auf meinem intakten Handy nur noch 1% Akkustrom zur Verfügung?

– anstatt irgendeines der Urteile Frèdêricks ernstzunehmen, denke ich mir eigentlich nur, dass ein ziemlicher Trottelhaufen dort in den Redaktionsräumlichkeiten der »Welt« sitzt, der so eine Kritik jahrelang unkorrigiert im Cyberspace stehen lässt.

Kein Geld für »corrections and amplifications« bei Axel Springer.

Radfahrbahnen und Reichenrückzugsstädte

Um meinen Blog ein bisl aufzufleischen füge ich hier ein Paar Kommentare ein, die ich unter irgendwelche Artikel postete:

a)
»Another sloppiness in this article: Bicycle lanes are still ubiquitous in China; they are also being built into new boulevards, for example here in Cixi City, Zhejiang (Xin Cheng Da Dao).
The bike lanes on the great boulevard of Nanjing, Zhongshan East Rd, were often perused by cars as an additional lane during peak traffic.
And what's most important, everybody (which in China really covers almost everybody) wants to imitate the "big mass" and have a car. Many think it's reasonable to drive a car for security reasons too -- they're not totally wrong, the traffic is horrible, I've driven a car for two years now and "amazed that I survived, I don't know what saved my life."«
Unter den Lesern werden sicher ein paar die Anspielung auf das Radiohead-Lied verstehen, Airbag, aber wie so oft bei mir ist es ein komplett unnediges Zitat!!!!!

b)
»Mein verklemmtes Ich würde ihn vielleicht auch „unsympathisch“ finden, aber ich gebe mir einen Ruck und finde ihn für seinen dionysischen Charme leiwand, und auch dafür dass er seine eigene Person seine Auftritte besorgen lässt und keinen Gouvernanten-„Pressesprecher“.
Vermutlich wegen des von Ihnen angezeigten Aufpassenmüssens auf hiesige Durchschnittsbefindlichkeiten hat er in einem anderen Gespräch bereits angedeutet, in naher Zukunft nach München ziehen zu wollen.
Welche Autos er – im Jahr 2011 in den Staaten – besaß, ist hier nachzulesen:
http://www.forbes.com/sites/tamarawarren/2011/02/02/maximilian-riedel-has-a-taste-for-super-cars/«

Von wem die Rede war steht in dem Link.

30.01.2015

Verwunderliche Sprache

Das liebenswürdige Deutsch eines Kollegen war Anlass zu dem Blogeintrag da. Der nicht minder liebenswürdige Text eines Ungarn, der ein Lob seiner Schwimmbadüberdachungen spricht, sei Anlass zum heutigen. Die Liebenswürdigkeit liegt ebenso wie beim Parlieren meines Kollegen an der beinahen Makellosigkeit der Sprache; am peniblen, geradezu Nabokovschen Ringen um Ausdruck, gepaart mit Kleinsäugetiertollpatschigkeit. Am Ende einer langen Produktbeschreibung schreibt der Ungar:


»Der wichtigste Vorteil einer Überdachung ist, daß die Badesaison damit wesentlich länger wird. So können Sie Ihr überdachtes Schwimmbad im Gegensatz zu den nicht überdachten von Mai bis Oktober genießen. Die Schwimmbadüberdachung sichert wärmeres Badewasser in der frühen bzw. in der späteren Badesaison. In den überdachten Schwimmbädern vermehren sich die Algen und Bakterien in geringerem Maße [?], deswegen muß man weniger Geld für Chemikalien und Reinigungsmittel ausgeben.«

Hübsch gesagt. Der durchschnittliche mutterdeutsche Gewerbetreibende, der beim durchschnittlichen unliterarischen »Homepagebastler« eine Website in Auftrag gibt, könnte nichts Besseres hinlegen.
Aber im Schlusssatz folgt der entlarvende »Fehler«, das falsch gesagte Schibboleth:

»Das Polycarbonat ermöglicht die Freiheit der Form, und damit verwunderliche neuartige Lösungen.«

U n s e r  p e j o r a t i v e s  »verwunderlich«? Es steht eindeutig hier; es wirkt falsch. Hier wurde zur Übertragung des gemeinten ungarischen, positiv besetzten oder zumindest doppelsinnigen Wortes, der falsche Karren gewählt.
Doch der Übersetzer hat recht, es so hinzuschreiben! Neuartige Lösungen sind fürwahr verwunderlich. Entweder im negativen Sinn (der durchaus auf zeitgenössische Schwimmbadüberdachungen oder allgemein auf abgeschmackte Familienhausarchitektur zutreffen mag) oder im positiven Sinn (Schwimmbadüberdachungen, wenn sie nun wirklich einmal erfrischend wären, könnten »verwunderlich« genannt werden). Den positiven Sinn kann der pejorative Sprachgebrauch nicht ausradieren. Der Ungar kann nicht nicht verstanden werden.
»Eh logisch!«
Ja sicher. Darum kann hier lediglich die Liebenswürdigkeit solcher Fälle behauptet werden.

25.01.2015

Way Down, Below The Ocean

Trevone, Lied aus dem Album Frozen By Sight von (Maximo Parks) Paul Smith und Peter Brewis.

06.01.2015

Der Raum an sich

Die Leute wollen »den Raum auskosten« und bauen sich offene Häuser, eh seit gefühlten 29 Jahren schon. Ich glaube der Raum lässt sich auf andere Weise auskosten, und zwar durch seine Zerteilung. Baute ich ein großes Haus, müssten darin irrsinnig viele Zimmerchen, Ecken und Höhen sein.

26.12.2014

Angelehnt warten

Lese diesen Artikel über Stadtmöbel und muss an die Bushaltestellen von Dalian denken, deren Unterstände zum Anlehnen sind.



02.12.2014

Er lässt es ordnen

In einem Spectator-Blog Verwunderung über die Website Gerhard Richters. Ich finde sie cool und notwendig. Er wahrscheinlich auch. Die Website ist die neue Form, in der alte Männer ihr Leben revuepassieren lassen können.

Gegendertes Selbstgespräch

Beim Warten auf die Telefonistin 8053 der Hotline von Sinopec/Sinolube entwich mir heute erstmals unwillkürlich ein gegendertes Schimpfwort: »Was ist mit der Wichserin?!«