Das Wort »diametral« habe ich bei
einigen meiner Favoriten auch schon lesen müssen und darüber hinwegsehen
können. Andere Autoren verlieren meine
Gunst in dem Moment, wo sie »diametral« schreiben, sie mir etwas als »entgegengesetzt entgegengesetzt« vorstellen, in letzter Zeit war das ein
Gedicht von Hrn. Henisch im Spectrum, in dem der Mond »so diametral« daherstarrte, und der Anreißer zu einem Artikel
über Martin Schlaff, über den die Meinungen der Leute »diametral«
auseinandergehen, das heißt auseinandergehend auseinandergehen, und nicht bloß auseinandergehen.
20.04.2015
31.03.2015
Ich bringe mich nicht in Form
der nächste schritt ist mit diesen ganzen gedanken doch wieder einmal auf dem papier zu ringen und das K.O. mit kamera zu besiegeln. ich wollte gerade aus fortdauernder nachdenklichkeit über »tinder« dies auf facebook posten:
Das Selbst wichsen
in zeiten ohne muße kopierst halt was aus deinem instagram heraus und stellst es da herein:
1. das foto:
2. sein titel:
#jerkingoff #selfie #stick
3. die überlegung:
when my colleague lately confronted my “jerking off” in this photo, i explained to him: i’m depicting here, allegorically, the act of “JERKING OF THE SELF” ITSELF – the objective of masturbation, not the process. i dedicate this photo to father dietmar orglmeister who once told us of the dangers of masturbation – not in terms of deafness, but psychologically-anthropologically, “jerking off makes you self-obsessed” and shit.
28.03.2015
bin jetz auf tinder
weil ich auf elitepartner erfolglos blieb und dies zu teuer war und habe auf tinder in den vergangenen tagen bis zum anschlag gewischt, bis die fotos der juliae katharinae denisen jennys olgae und valerien alle waren, gerade ein »match« wurde ermittelt, keine hässliche frau aber eine von denen wo der hund auf jedem zweiten foto ihre wange leckt, solche scheide ich von vorneherein aus bei dieser art der lebensweltbezugslosen partnersuche, in wirklichkeit ergäbe sich vielleicht was aber die tinder-wirklichkeit lässt hunde nicht und auch keine frauen mit badezimmerspiegel-selbstportaits zu. ich tippe diesen schmarren in mein neues iphone6 weil die tastatur auf ihm mich mit dem iphone aussöhnt – das 4er brachte zwei jahre aggression – und es recht hurtig geht, und mich das geniale swype auf android langsam vergessen lässt. dann ist es handymäßig genug dass es mich zur spontanen gefühlsäußerung zwingt, meine langen großartigen abhandlungen die mir diverse computertastaturen abrangen müssen der vergangenheit angehören.
außerdem schreibe ich es auf als eine neue bemerkung zu meiner verspäteten lebenserfahrung in sachen digitaler partnersuche. 2008 hatte in illouz’ diesbezüglichen büchern alles darüber erfahren, nun erleb(t)e ich es. also auf zu neuen ufern. zurück zur bereits lodernden liebe:
21.03.2015
01.02.2015
Beispiel einer schlechten Zeitung
Dieser Text ist kein musikologischer Beitrag
über meine geliebte Band Maximo Park, sondern ein Zivilbeitrag, ein
Cyberdokument gegen einen vertrottelten Redakteur der wahrscheinlich generell
vertrottelten deutschen Zeitung »Die Welt«, hier in meinem Blog hinterlegt da
die Kommentierungszeit auf der Website abgelaufen ist.
Da
lebe ich in dem Glauben, jedes Lied der Band Maximo Park sei gut. Suche wieder
einmal nach einer musikologischen Untersuchung ihrer Musik. Und gelange zu
dieser Rezension der Tageszeitung »Die Welt«. Redeskription derselben: Es gibt nur Ein [gutes] Lied von dieser Band. Maximo Parks Sänger
Paul Smith ist zu geschwätzig, schwuchtelig (#ÜberspitzterIntellektualismus), zu
einfallslos und ein jämmerlicher Kulturkritiker so wie Günter Grass.
Der
Autor heißt Frèdêrick Schwillden und liefert neben seinen Bemerkungen ein Relativsatz-»Dass«,
ein zweites falsch eingetipptes Wort (»Schreißdreck«) und ein drittes falsch
eingetipptes Wort, den neben dem falsch geschriebenen Vornamen Brechts zweiten
Klassiker der falschen Vornamenschreibung, »Günther« Grass.
Anstatt
also meine Liebe zu Maximo Park zu bedenken –
Welches wäre das E i n e L i e d Maximo Parks, das ich wählte, landete ich auf
einer einsamen Insel und hätte auf meinem intakten Handy nur noch 1% Akkustrom zur
Verfügung?
–
anstatt irgendeines der Urteile Frèdêricks ernstzunehmen, denke ich mir eigentlich
nur, dass ein ziemlicher Trottelhaufen dort in den Redaktionsräumlichkeiten der »Welt« sitzt, der so eine Kritik jahrelang unkorrigiert im Cyberspace stehen
lässt.
Kein Geld für »corrections and amplifications« bei Axel Springer.
Radfahrbahnen und Reichenrückzugsstädte
Um
meinen Blog ein bisl aufzufleischen füge ich hier ein Paar Kommentare ein, die
ich unter irgendwelche Artikel postete:
a)
»Another
sloppiness in this article: Bicycle lanes are still ubiquitous in China; they
are also being built into new boulevards, for example here in Cixi City,
Zhejiang (Xin Cheng Da Dao).
The bike lanes on the great boulevard of Nanjing, Zhongshan East Rd, were often perused by cars as an
additional lane during peak traffic.
And
what's most important, everybody (which in China really covers almost
everybody) wants to imitate the "big mass" and have a car. Many think
it's reasonable to drive a car for security reasons too -- they're not totally
wrong, the traffic is horrible, I've driven a car for two years now and
"amazed that I survived, I don't know what saved my life."«
Unter
den Lesern werden sicher ein paar die Anspielung auf das Radiohead-Lied verstehen,
Airbag, aber wie so oft bei mir ist es ein komplett unnediges Zitat!!!!!
b)
»Mein verklemmtes Ich würde ihn
vielleicht auch „unsympathisch“ finden, aber ich gebe mir einen Ruck und finde
ihn für seinen dionysischen Charme leiwand, und auch dafür dass er seine eigene
Person seine Auftritte besorgen lässt und keinen Gouvernanten-„Pressesprecher“.
Vermutlich wegen des von Ihnen
angezeigten Aufpassenmüssens auf hiesige Durchschnittsbefindlichkeiten hat er
in einem anderen Gespräch bereits angedeutet, in naher Zukunft nach München
ziehen zu wollen.
Welche Autos er – im Jahr 2011 in den
Staaten – besaß, ist hier nachzulesen:
http://www.forbes.com/sites/tamarawarren/2011/02/02/maximilian-riedel-has-a-taste-for-super-cars/«
Von
wem die Rede war steht in dem Link.
30.01.2015
Verwunderliche Sprache
Das liebenswürdige Deutsch eines Kollegen war Anlass zu dem Blogeintrag da. Der nicht minder liebenswürdige Text eines Ungarn, der ein Lob seiner Schwimmbadüberdachungen spricht, sei Anlass zum heutigen. Die Liebenswürdigkeit liegt ebenso wie beim Parlieren meines Kollegen an der beinahen Makellosigkeit der Sprache; am peniblen, geradezu Nabokovschen Ringen um Ausdruck, gepaart mit Kleinsäugetiertollpatschigkeit. Am Ende einer langen Produktbeschreibung schreibt der Ungar:
»Der wichtigste Vorteil einer Überdachung ist, daß die Badesaison damit wesentlich länger wird. So können Sie Ihr überdachtes Schwimmbad im Gegensatz zu den nicht überdachten von Mai bis Oktober genießen. Die Schwimmbadüberdachung sichert wärmeres Badewasser in der frühen bzw. in der späteren Badesaison. In den überdachten Schwimmbädern vermehren sich die Algen und Bakterien in geringerem Maße [?], deswegen muß man weniger Geld für Chemikalien und Reinigungsmittel ausgeben.«
Hübsch gesagt. Der durchschnittliche mutterdeutsche Gewerbetreibende, der beim durchschnittlichen unliterarischen »Homepagebastler« eine Website in Auftrag gibt, könnte nichts Besseres hinlegen.
Aber im Schlusssatz folgt der entlarvende »Fehler«, das falsch gesagte Schibboleth:
»Das Polycarbonat ermöglicht die Freiheit der Form, und damit verwunderliche neuartige Lösungen.«
U n s e r p e j o r a t i v e s »verwunderlich«? Es steht eindeutig hier; es wirkt falsch. Hier wurde zur Übertragung des gemeinten ungarischen, positiv besetzten oder zumindest doppelsinnigen Wortes, der falsche Karren gewählt.
Doch der Übersetzer hat recht, es so hinzuschreiben! Neuartige Lösungen sind fürwahr verwunderlich. Entweder im negativen Sinn (der durchaus auf zeitgenössische Schwimmbadüberdachungen oder allgemein auf abgeschmackte Familienhausarchitektur zutreffen mag) oder im positiven Sinn (Schwimmbadüberdachungen, wenn sie nun wirklich einmal erfrischend wären, könnten »verwunderlich« genannt werden). Den positiven Sinn kann der pejorative Sprachgebrauch nicht ausradieren. Der Ungar kann nicht nicht verstanden werden.
»Eh logisch!«
Ja sicher. Darum kann hier lediglich die Liebenswürdigkeit solcher Fälle behauptet werden.
25.01.2015
Way Down, Below The Ocean
Trevone, Lied aus dem Album Frozen By Sight von (Maximo Parks) Paul Smith und Peter Brewis.
06.01.2015
Der Raum an sich
Die Leute
wollen »den Raum auskosten« und bauen sich offene Häuser, eh seit gefühlten 29
Jahren schon. Ich glaube der Raum lässt sich auf andere Weise auskosten, und zwar
durch seine Zerteilung. Baute ich ein großes Haus, müssten darin
irrsinnig viele Zimmerchen, Ecken und Höhen sein.
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