22.06.2015

Pissoir-Tischchen

Seltsam, dass mir noch nie ein Pissoir-Tischchen untergekommen ist, wäre es doch bequem in ein solches zu urinieren, spritzfrei; den Urin einzugießen, wie ein Getränk in kristallenes Glas.
Manchmal tu ich es, in Hotels, eh schon: in teuren, die schlecht im Dienen sind. Es entschädigt mich; weniger aus Vor-Schadenfreude wie aus dem landläufigen obszönen amerikanischen Film bekannt, sondern aus Genuss. Diese Art des Pieselns wird wahrscheinlich sogar orthopädische und ergonomische Vorteile haben. Sauber ist sie auch: das sei dem Autoren des Buches Nudging geschrieben, der mit dem Stolz auf das Urinal-Insekt.
Wie hübsch es klingt: das Pissoir-Tischchen! Welch angenehme zweite Funktion es bieten könnte: ein Bidet für das Glied! Der Wasserhahn wäre länger als die gewöhnlichen an Waschbecken, er müsste heranreichen zum Waschen des Penis.
Damit wäre eine neue Kategorie des Kunsthandwerks eingeführt. Peniswasch-Wasserhähne würden die Fantasie der Handwerker, der Künstler, und des gemeinen, an competitions seine Beiträge sendenden Volks anregen.
Mir fällt zunächst einmal nur ein als Penis gearbeiteter, gewiss sehr langer, ein Penis-Ideal darstellender Wasserhahn ein. Wasserhahn würde er nicht heißen; Wasserspender wäre, als neutrale Bezeichnung, für den Übergang akzeptabel. Irgendwann müsste eine neue Gattungsbezeichnung her. Überpenis klänge gut, hätte aber irgendwie keinen Sinn. Pilatus wäre ebenso fehl am Platz, wäre als Markenname aber ein Hammer.

26.05.2015

Erlösquellen der Künstler

In Zukunft Träume im wörtlichen Sinn. Träumst von einer Schauspielerin, kriegen sie und der Regisseur einen Cent.

Es kommt die Zeit zu heiraten

Ich denke daran, von Anfang an ein Techtelmechtel in die Ehe mitzunehmen. Die eigentliche Gattin fehlt noch.

Vor lauter Brücken

guter kommentar zum klischeemotto des heurigen europäischen song contests und den brücken in der politischen wirklichkeit:
http://m.diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/sibyllehamann/4739974/index.do

08.05.2015

Treue

Der Frau die Hand halten während man mit einer anderen Geschlechsverkehr betreibt.

30.04.2015

Schadenvorfreude

Hoffe sehr dass dieses Wort schon einmal irgendwo in der Welt gefallen ist. Genauso wie »Buffetvorfreude«. Ja, Buffetvorfreude ist schon einmal gefallen: http://instagram.com/p/uiX0EsSjn9/

20.04.2015

Abstrakt gesehen ist alles diametral

Das Wort »diametral« habe ich bei einigen meiner Favoriten auch schon lesen müssen und darüber hinwegsehen können. Andere Autoren verlieren meine Gunst in dem Moment, wo sie »diametral« schreiben, sie mir etwas als »entgegengesetzt entgegengesetzt« vorstellen, in letzter Zeit war das ein Gedicht von Hrn. Henisch im Spectrum, in dem der Mond »so diametral« daherstarrte, und der Anreißer zu einem Artikel über Martin Schlaff, über den die Meinungen der Leute »diametral« auseinandergehen, das heißt auseinandergehend auseinandergehen, und nicht bloß auseinandergehen.

31.03.2015

Ich bringe mich nicht in Form

der nächste schritt ist mit diesen ganzen gedanken doch wieder einmal auf dem papier zu ringen und das K.O. mit kamera zu besiegeln. ich wollte gerade aus fortdauernder nachdenklichkeit über »tinder« dies auf facebook posten:
jetzt kann ich mir’s sparen, juhuu.

Das Selbst wichsen

in zeiten ohne muße kopierst halt was aus deinem instagram heraus und stellst es da herein:

1. das foto:

2. sein titel:
#jerkingoff #selfie #stick

3. die überlegung:
when my colleague lately confronted my “jerking off” in this photo, i explained to him: i’m depicting here, allegorically, the act of “JERKING OF THE SELF” ITSELF – the objective of masturbation, not the process. i dedicate this photo to father dietmar orglmeister who once told us of the dangers of masturbation – not in terms of deafness, but psychologically-anthropologically, “jerking off makes you self-obsessed” and shit.

28.03.2015

bin jetz auf tinder

weil ich auf elitepartner erfolglos blieb und dies zu teuer war und habe auf tinder in den vergangenen tagen bis zum anschlag gewischt, bis die fotos der juliae katharinae denisen jennys olgae und valerien alle waren, gerade ein »match« wurde ermittelt, keine hässliche frau aber eine von denen wo der hund auf jedem zweiten foto ihre wange leckt, solche scheide ich von vorneherein aus bei dieser art der lebensweltbezugslosen partnersuche, in wirklichkeit ergäbe sich vielleicht was aber die tinder-wirklichkeit lässt hunde nicht und auch keine frauen mit badezimmerspiegel-selbstportaits zu. ich tippe diesen schmarren in mein neues iphone6 weil die tastatur auf ihm mich mit dem iphone aussöhnt – das 4er brachte zwei jahre aggression – und es recht hurtig geht, und mich das geniale swype auf android langsam vergessen lässt. dann ist es handymäßig genug dass es mich zur spontanen gefühlsäußerung zwingt, meine langen großartigen abhandlungen die mir diverse computertastaturen abrangen müssen der vergangenheit angehören.
außerdem schreibe ich es auf als eine neue bemerkung zu meiner verspäteten lebenserfahrung in sachen digitaler partnersuche. 2008 hatte in illouz’ diesbezüglichen büchern alles darüber erfahren, nun erleb(t)e ich es. also auf zu neuen ufern. zurück zur bereits lodernden liebe: