13.02.2010

Erbauuuung durch Aperçu

Wikipedia sagt:

»Alfons Haider (* 24. November 1957 in Wien) ist ein österreichischer SchauspielerSängerMusical-Star, FernsehmoderatorKabarettist und Entertainer


Entertainer ist er auch?

Alfons Haider plötzlich cool, dann wieder verlogen

Hat mich mit seinem »notorischen« Auftritt in »Willkommen Österreich« zum ersten Mal gründlich erbaut – war spontaneloquent und nicht wie sonst aufgesetztcharmant, war witzigbissig zu den Gastgebern (»einer redet, der andere schwimmt«), you name it was er sonst noch war. Vielleicht war er zum Beispiel für irgendwelche Schwuletten »antörnend« im sexuellen Sinn. Für mich war er antörnend im »intellektuellen« oder »philosophischen« oder »diskussions« Bereich – sag ich ja, erbaut hat er mich.
Aber dann dreh ich entgegen dem klugen Holender (von dem ich nicht ungern der (ältere) Sohn wäre) seinen Ratschlag den Fernseher auf und erwische ein Interview, das Haider mit einer hübschen Künstlerin und einem deutschen Überseedesigner führt,...
und nur verschissenes Zeug, was der redet! Lässt er den Deutschen einen vollen Bockmist verzapfen, nämlich dass es »so etwas« – –
was »so etwas«? den Opernball? Nein. Die beiden meinten glaube ich einen durch den Opernball hervorgerufenen, durchdringenden und inspirierend wirkenden Mythos »das alte Europa und seine Kultur« – –
in den Vereinigten Staaten nicht gebe. Fragt er den Deutschen dann noch dazu: »Und in Deutschland?« – Sagt der Deutsche, eh erst nach einem kurzen Überlegen: »Nein.« – Und sagt dann: »Danke für das Kompliment.«
Anstatt ihm die Fresse zu polieren! Weil so was von verlogen gibt's ja gar nicht! Na sicher gibt es so was in den Vereinigten Staaten!!! Das Überschwappen von europäischer Kultur in die amerikanischen Metropolen hat erst zum Enstehen des heutigen »altes Europa und seine Kultur«-Mythos beigetragen! Erst dadurch, dass Richard Strauss seine »Sinfonia Domestica« op. 53 in New York (in einem Kaufhaus! Im »Wanamakers«) uraufführte, ist es uns heute möglich, uns dafür geil zu finden, welche reichen »Erben« von welch toller »europäischer Kultur« wir sind.
Und indem ich Richard Strauss nannte, den deutschen, besten Profikomponisten des 20. Jahrhunderts, habe ich auch schon entkräftigt, dass es »in Deutschland so etwas nicht gibt«. Weil na sicher gibt es so etwas in Deutschland!
D.h. »das Erbe« gibt es in Deutschland. Es gibt halt nur anscheinend in Deutschland keine EWIGGESTRIGEN ERBSCHLEICHER UND ERBSCHEISSER, die eine hundert Jahre tote Kunst und »Kultur« (Strauss, Mahler, Wiener Philharmoniker & CO) Jahr für Jahr in irgendeinem »ehrwürdigen« alten Gebäude aus jener Zeit zwangsperpetuieren. Es gibt gibt halt anscheinend in Deutschland »neues« Erbauliches, das eine ständige Rückbesinnung auf vergangene Größe überflüssig macht.
Und wenn dem so ist, gehört den DEUTSCHEN ein Kompliment. Und der Alfons Haider gehört auf seine Verlogenheit aufmerksam gemacht – einerseits der realistische Beurteiler Österreichs, andererseits der lächerliche Opernballverniedlicher und -wichtigtuer.

McCafé verbieten

Weil mies. Keine Steckdosen für meinen lahmen Macakku (= nicht die Einzahl der Affen, sondern das Ding mit Strom). Keine Garderobe. Oder zumindest irgendwelche Haken an den (»aalglatten«, könnte man sehr wortgewandt sagen) orangen Säulen. Und am Klo die Pissbecken so tief unten, dass man sich wundert, wie lang der österreichische Schwanz ist – und sich wegen seines eigenen »Zumpferls« »geniert«. Und dann noch die neuen Händetrockner vom Chauvinistenstaubsaugerhersteller Dyson. Haben mir eine Zeit lang gefallen. Aber da waren irgendwelche braunen Rückstände. Da fiel mir gleich eine Idee für eine Kurzgeschichte ein: Steckt wer seine Hände, lässt sich das Wasser absaugen, auf einmal schießen braune Brocken aus dem Saugraum. Herrliche Geschichte; erfrischende Variation des Themas »altes Auto, unidentifizierbarer Dreck aus Frontlüftung dringt auf der Autobahn in die Fahrerkabine«. – Aber in der Wirklichkeit mies, grindig, eklig, you name it.
– Bin stolz auf meinen ersten »spontanen«, blog-haften Eintrag. »McCafé verbieten« deswegen Titel, weil ich ja »Ironist without being Liberal« bin – fordere eine wahnwitzige Anti-Hausverstand-Gesetzgebung. Na und das tue ich nun – dieser verschissene (mein neues Lieblingswort!) McCafé gehört per legem (sagt man das so?) oder qua lege (das geht bestimmt!) zugeschissen.
(Das letzte Wort kommt von »Neunkirchen gehört zugeschissen!«, ein Eifersuchtsfetisch einiger junger Bewohner konkurrierender Kleinstädte dieses Bezirks in Niederösterreich.)